"Seit wir konsequent eine Arbeitgebermarke aufbauen,
ist unser Recruiting wesentlich effektiver geworden."

Hartmut Bulling, Geschäftsführer Lifta Lift und Antrieb GmbH
Silke Masurat

Vision und Wirklichkeit

Interview mit Silke Masurat 

Geschlossene Gesellschaft - Mitarbeiter müssen draußen bleiben! Das ist in vielen Unternehmen der Fall, wenn es darum geht, die Unternehmensvision zu erarbeiten. Wenn aber Anspruch der Unternehmensführung und Unternehmensrealität auseinanderklaffen, ist das nicht nur Gift für die Mitarbeitermotivation, sondern auch für die glaubwürdige Darstellung als attraktiver Arbeitgeber. Doch wie kann man den Prozess einer neuen Unternehmensvision gestalten und gleichzeitig die Identifikation und Motivation der Mitarbeiter stärken? Und wie hängen Unternehmensleitbild und Arbeitgebermarke zusammen? Silke Masurat, Geschäftsführerin der compamedia GmbH, gibt Auskunft:

Braucht ein Unternehmen überhaupt eine Vision?

Unbedingt! Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen wissen, wo die Reise hin geht. Mit einem klaren Bild der gemeinsamen Zukunft vor Augen können sie motivierter und selbstständiger arbeiten und dazu beitragen, das ferne Ziel auch zu erreichen. Idealerweise wirken die Mitarbeiter beim Erarbeiten der Vision mit. Das stärkt die Bindung zum Unternehmen und dann ist es ein Leichtes, sie mit auf diese Reise zu nehmen.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Vision und Arbeitgebermarke?

Eine Arbeitgebermarke erfordert Konsistenz, Konsistenz und nochmals Konsistenz. Daher muss sie sich zwingend aus der Vision ableiten. Das macht die Marke glaubwürdig, das macht sie stark. Aber auch rein operational besteht eine enge Verbindung von Markenbildung und Vision: Aus der Vision leitet sich zum Beispiel ab, welche Fähigkeiten und Talente, welche Mitarbeiter ich benötige, um zum Ziel zu kommen. Und will ich diese Talente begeistern und für das Unternehmen gewinnen, so muss meine Arbeitgebermarke nicht nur zum Ziel, sondern auch zu den Mitarbeitern passen.

Die Vision steht - und dann?

Es ist nicht damit getan, die Unternehmensvision zu erarbeiten. Sie muss gelebt und immer wieder in Erinnerung gerufen werden. Und sie muss zwingend in die Unternehmens- und in die Personalstrategie einfließen Das ist vor allem Aufgabe der Führungskräfte. Die Vision gilt als Leitfaden für Zielvereinbarungen und Beurteilungsgespräche und natürlich auch für das Talentmanagement und für die Personalentwicklung. Einige Unternehmen haben sehr kreative Methoden entwickelt, um die Vision für jeden erlebbar zu machen. So zum Beispiel der im Rahmen des Arbeitgeberrankings TOP JOB gekürte „Arbeitgeber des Jahres", die Teambank: Wo die Bank in Zukunft stehen soll, wird mit dem Bild der Stadt „EasyTown" veranschaulicht. Ein Modell aus Acrylglas befindet sich in der Firmenzentrale der Bank. Jedes Element der Stadt symbolisiert einen Meilenstein, den es auf dem Weg zur Vision zu erreichen gilt. Ist eine wichtige Etappe bewältigt, wächst die Stadt um einen weiteren Baustein. Das ist Employer Brandig par excellence, denn so wird greifbar, was die Teambank als Arbeitgeber ausmacht.

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