Fast jeder zweite Mittelständler setzt heute schon Hochschulmarketingmaßnahmen ein - weitere 22 Prozent der befragten Unternehmen planen zurzeit die Einführung eines entsprechenden Konzepts. Aus Sicht der Befragten wird die Bedeutung des Hochschulmarketings noch steigen: Während aktuell acht von zehn der Befragten Hochschulmarketing als mindestens wichtig beurteilen, sind es in der zukünftigen Betrachtung neun von zehn Teilnehmern, so die Autoren der Studie, Dipl.-Kauffrau Carolin Baum und Prof. Dr. Anja Seng, Professorin für Betriebswirtschaftslehre, mit Schwerpunkt Personalmanagement an der FOM.
Hinsichtlich der eingesetzten Instrumente steht der Mittelstand allerdings im Schatten der Großunternehmen, die eine größere Bandbreite an Maßnahmen nutzen. Durch die bloße Konzentration auf die Phasen Kontaktanbahnung, -aufnahme und -verdichtung weisen Mittelständler Schwachstellen in der Kontaktpflege sowie hinsichtlich phasenübergreifender Aktivitäten auf, die es aufgrund des sich verschärfenden Fachkräftemangels aber dringend auszugleichen gilt. Wie Hochschulmarketing erfolgreich gelingen kann, zeigen fünf praktische Handlungsempfehlungen, die aus den Studienergebnissen abgeleitet wurden:
1. Durch Gastvorträge und Lehraufträge können sich Mittelständler im Rahmen von Vorlesungen bei den Studenten profilieren. Ein Drittel der mittelständischen Unternehmen führt diese Maßnahmen bereits durch - weitere 27 Prozent möchten ihr Instrumentarium hierum erweitern. Denn die Präsenz von Unternehmen an Hochschulen stellt für Studenten eine bevorzugte Informationsquelle dar.
2. Um mit Studenten Kontakte zu knüpfen, bietet sich insbesondere ein Unternehmensauftritt auf regionalen Hochschulmessen an. Zurzeit sind 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen dort vertreten - ein weiteres Viertel möchte sich zukünftig dort präsentieren. Campus-Messen empfehlen sich aufgrund der relativ geringen Kosten und gewinnen zum Ende der Hochschulzeit für die Studenten an Bedeutung.
3. Das Mittel der Wahl für Mittelständler: Praktika für (angehende) Hochschulabsolventen . Denn Praktika stellen mit deutlichem Abstand das am besten bewertete Recruitinginstrument dar und belegen in Sachen Arbeitgeberwahl bei Studenten den ersten Platz unter den Informationsquellen.
4. Für die Kontaktpflege ist es für KMU vorteilhaft, verstärkt wissenschaftliche Arbeiten zu betreuen. Zum einen beurteilen die Befragten die Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten als überdurchschnittlich geeignet, zum anderen räumen gerade auch die Studenten der Betreuung einen hohen Stellenwert ein.
5. Für eine attraktive und zielgruppengerechte Arbeitgeberpräsentation sollten sich mittelständische Unternehmen vor allem auf ihren Karriereauftritt im Internet konzentrieren. Da das Internet für Studenten das Medium Nummer 1 darstellt, ist eine eigene Karrierewebsite ganz entscheidend, um die Zielgruppen zu erreichen. Ergänzend empfiehlt sich die Präsenz in Suchmaschinen und Online-Jobbörsen, die einen Link auf Ihre Karriere-Seite enthalten.
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